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Die Geschichte des Vereins


Am 12. August 1912 wurde der Verein unter dem Namen Orchesterverein gegründet. Er gab sich eine Satzung und legte als Aufgabe die Pflege der Instrumentalmusik fest. 35 Aktive und 65 passive Mitglieder waren dabei. Es war die Geburtsstunde des Orchesters, das 2012 nach mehrfacher Namensänderung aber unverändertem Ziel als Sinfonieorchester Villingen-Schwenningen sein 100-jähriges Jubiläum feierte.

In den Anfangsjahren führte der Orchesterverein jährlich zwei Sinfoniekonzerte auf, gestaltete feierliche Messen im Münster mit und unterstützte Gesangsvereine musikalisch. Martin Oberle, der Vater des späteren langjährigen Dirigenten Claus Oberle, ergriff nach dem ersten Weltkrieg die Initiative und brachte das Orchester wieder zusammen.

Ein echter Höhepunkt stellte die erste Aufführung einer Oper in Villingen dar. Zusammen mit dem Stadttheater Freiburg brachte das Orchester Albert Lortzings "Der Waffenschmied" auf die Bühne, trotz finanziellem Desaster folgte bereits 1929 die Aufführung der Oper "Das Nachtlager von Granada".

Um die Orchesterarbeit finanziell anzusichern, kam es 1936 zu einem Vertrag mit der Stadt Villingen: Die Stadt erklärte sich bereit, die Kosten des Vereins zu decken, der Verein verpflichtete sich dafür, in Villingen mindestens zwei Großkonzerte und vier Kurkonzerte zu veranstalten.

1946 wurde das Orchester unter der alten Vorstandschaft neu konstituiert. Aber erst 1947 genehmigte die damalige Militärregierung das Tätigwerden des Orchestervereins. Ab 1952 trat Musikdirektor Claus Oberle an das Dirigentenpult. Im Januar 1953 beschloss die Mitgliederversammlung daher die Umbenennung des Orchesters in Villinger Kammerorchester. Claus Oberle schuf mit den Kreuzgangkonzerten einen kulturellen Höhepunkt in der Stadt, auch die Kienzle-Werkskonzerte sind vielen Musikfreunden noch in guter Erinnerung.

Das Orchester verjüngte und verstärkte sich Anfang der achtziger Jahre zusehends und wuchs in kurzer Zeit über seine kammermusikalischen Zielsetzungen zu einem Ensemble, das wieder verstärkt Sinfonien in sein Repertoire aufnahm. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in einer Namensänderung wider: Seit 1983 heißt der Klangkörper Sinfonieorchester Villingen-Schwenningen e.V.

Die Entwicklung des Orchesters wurde auch durch Änderungen in der Geschäftsführung begünstigt. 1979 übernahm das städtische Kulturamt die Geschäftsführung, wo mit Kulturamtsleiter Dr. Walter Eichner ein hervorragender Verwaltungs- und Musikfachmann zur Verfügung stand. Nach seinem Ruhestand gab es mit den folgenden Kulturamtsleitern, die immer auch die Geschäftsführung für das Orchester übernahmen, viel Ärger und unruhige Zeiten.

Als der Villinger Unternehmer Christoph Hess im Jahr 2000 den langjährigen Vorsitzenden und damaligen Baubürgermeister Theo Kühn im Amt ablöste, war eine seine ersten Handlungen die Herauslösung der Geschäftsleitung aus dem Kulturamt. Theo Kühn wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. 2001 stimmte die Stadt einer eigenen Geschäftsführung zu. Seit dieser Zeit ist die Journalistin Claudia Hoffmann beim Orchester angestellt. Claus Oberle, der das Orchester maßgeblich geprägt und vorangebracht hat, übergab den Dirigentenstab 1991 nach 38 Jahren an den damals 33-jährigen Dirigenten Jörg Iwer, der den guten Ruf des Orchesters kontinuierlich weiter ausbaute. 2001 beendete er sein Engagement beim Sinfonieorchester, um eigene Projekte in Berlin zu realisieren. Massimiliano Matesic folgte ihm bis 2006 nach. 2009 kehrte Jörg Iwer wieder an seine alte Wirkungsstätte zurück und ist seitdem ein Garant für interessante Konzerte auf hohem Niveau. Kontinuierlich hat er die Kooperation mit der Musikakademie gGmbH vorangetrieben. Auf Grundlage dieser guten Zusammenarbeit haben beide Institutionen 2014 eine Jugendorchesterakademie gegründet.

Seit Anfang 2014 ist Kulturamtsleiter Andreas Dobmeier erster Vorsitzender des Sinfonieorchesters Villingen-Schwenningen.