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Böhmischer Traum


Konzert zum 3. Oktober
am Freitag, 3. Oktober 2014
um 17 Uhr
im Franziskaner-Konzerthaus
Dirigent: Jörg Iwer



Programm:

Bedřich Smetana: aus MÀ VLAST (Mein Heimatland) "Vyšehrad" und "Die Moldau"
Franz Krommer: Klarinettenkonzert Es-Dur
Solistin: Nadia Sofokleous (früher Hamoudi)
Anton Dvořák: 8. Sinfonie G-Dur,


Bedřich Smetana
„Mein Vaterland“ (tschech. Má vlast) ist ein Zyklus von sechs sinfonischen Dichtungen, der als vollständiges Werk 1882 in Prag uraufgeführt wurde.
Die Komposition des Zyklus steht in engem thematischem Zusammenhang mit der Oper Libusa aus dem Jahr 1872, die Smetana als nationales Festspiel konzipiert hatte. Der Zyklus, dessen Entstehungszeit von der völligen Ertaubung des Komponisten überschattet war, war zunächst als Vierteiler geplant; erst nach einer dreijährigen Schaffenspause entstanden die letzten beiden Teile. Themen des Zyklus sind Mythen, Landschaft und Geschichte von Smetanas tschechischer Heimat. Die Aufführung von „Mein Vaterland“ bildet traditionell jedes Jahr am 12. Mai, dem Todestag des Komponisten, die Eröffnung des musikalischen Prager Frühlings.

Der erste Teil „Vyšehrad“ wurde von Ende September bis zum 18. November 1874 komponiert und am 14. März 1875 in Prag uraufgeführt. Smetana beschreibt hier die Geschichte der Prager Burg Vyšehrad. Er beginnt mit den Harfenklängen des Sängers Lumír (Lumier), worauf ein kriegerisches Crescendo folgt, und auf einmal erscheint die Burg in voller Pracht. Im nächsten Teil besinnt sich Smetana der Geschichte von Vyšehrad, bis nach einem Marsch die Burg einstürzt. Nun erklingen wieder die Harfenklänge Lumírs, und die Musik erinnert sich noch einmal an die Burg. Es folgt das Strömen der Moldau, und zum letzten Mal erklingen die Klänge von Lumír.

Franz Krommer

Die Werke von Franz Vinzenz Krommer sind in der heutigen musikalischen Praxis kaum bekannt. Der Name des aus Mähren stammenden Komponisten war ursprünglich Franciscus Vincentius Kramař, da er sich aber hauptsächlich in Österreich betätigte, benützte er die deutsche Version seines Namens.Nach einem vorübergehenden Aufenthalt in Wien betätigte er sich zehn Jahre lang als Violinkünstler, Chorleiter und Dirigent in ungarischen Städten.

Nach seiner Laufbahn in Ungarn siedelte er sich in Wien an. 1810 wurde er zum musikalischen Leiter das Ballettensembles des Hoftheaters ernannt und erhielt 1815 von Kaiser Franz den Titel „Kammerthürhüter“. Zahlreiche internationale Auszeichnungen, die er im Verlauf seines Lebens erhielt, beweisen, dass sich er großer Anerkennung erfreute.

Krommer hinterließ der Nachwelt annähernd dreihundert Kompositionen. Das mit Op. 36 bezeichnete Klarinettenkonzert in Es-Dur erschien zum ersten Mal beim Verlag J. Andre wahrscheinlich im Jahr 1803.



Antonin Dvořák
Mit seiner 8. Sinfonie tritt Antonín Dvořák endgültig aus dem Schatten seines Vorbildes Johannes Brahms, er befreit sich auch von der traditionellen Form der Sinfonie. Er lässt Motive und Phrasen zu, die wie improvisiert wirken. Ein strahlendes Werk in G-Dur ist die 8. Sinfonie nach Meinung vieler Musikkritiker, mit vielen poetischen Momenten, das als Beweis dafür gelten kann, von welch großartiger Stimmung und Schaffenskraft Dvořák erfüllt war, wenn er sich auf seinem Sommerlandsitz in Vysoká aufhielt. Bei der Philharmonischen Gesellschaft in London, mit der Dvořák damals schon seit einigen Jahren in gutem Kontakt war, wartete man auf die neue, die achte Sinfonie und aus New York hatte schon das neue Konservatorium bei Dvorák angefragt, ob er nicht einen Lehrauftrag annehmen möchte.Als Dvorák am 8. November 1889 die Partitur der achten Sinfonie fertig geschrieben hatte, fehlte noch die fanfarenartige Einleitung des 4. Satzes, die der unentwegt an Einfällen sprühende Böhme später nachreichte. Der erste Satz greift nach einer Einleitung sogleich ein Vogelmotiv auf in der Flöte auf. Es ist bezeichnend für die Freiheit, die sich Antonín Dvorák in seiner neuen Symphonie herausnimmt.

Antonín Dvořáks 8. Sinfonie, noch geschrieben in der alten Welt, sollte in seinem Schaffen zu einem Bindeglied werden zwischen der europäischen Tradition, aus der er kam und den Klängen der Neuen Welt, die er schon bald aufnehmen und damit von sich reden machen würde. Ihre Uraufführung erlebte Dvořáks Werk 1890 im Rudolfinum von Prag