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Wandelkonzert


am Samstag, 25. Juli 2015
ab 17 Uhr Wandelkonzert, ab 20 Uhr Hauptkonzert
im Franziskaner-Konzerthaus
Dirigent: Jörg Iwer
Solistin: Janina Ruh, Preisträgerin des Deutschen Musikrates





17 Uhr – Lassen Sie sich überraschen!

Hauptkonzert:
Ottorino Respighi: "Trittico Botticelliano" für kleines Orchester
Peter Tschaikowsky: Rokoko-Variationen für Violoncello und Orchester
Solistin: Janina Ruh, Preisträgerin des Deutschen Musikrates
Georges Bizet: Sinfonie C-Dur "Roma"

Durch eine Kooperation mit dem Deutschen Musikrat ist es dem Sinfonieorchester gelungen, die hochbegabte junge Cellistin Janina Ruh als Solistin zu präsentieren. Die Cellistin ist Preisträgerin des Deutschen Musikrates und spielt mit dem Sinfonieorchester die Variationen über ein Rokoko-Thema von Tschaikowsky. Es scheint, als blicke Tschaikowsky in den Rokoko-Variationen wie durch ein Fernglas zurück in eine längst versunkene Welt. In eine Welt, die er offenbar als heil und unbeschwert empfunden hat. Es zeigt seine Sehnsucht nach einer anderen Gegenwart, einer anderen Welt. Damit ist aber nicht die höfische Rokoko-Welt mit Perücke, Puder und Tanz gemeint - sondern eine bestimmte Klangwelt, die Tschaikowsky kurzerhand mit dem Begriff „Rokoko" bezeichnet hat: Die Klangwelt des 18. Jahrhunderts - und zwar vor allem die von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Musik dieses „sonnigen Genies" rühre ihn „zu Tränen", schrieb Tschaikowsky einmal. Das Stück ist eine Herausforderung für jeden Solo-Cellisten, sie fordern ein Äußerstes an Spielbrillanz und technischer Bravour ab.

Mit dem „Trittico Botticelliano“ von Ottorino Resphigi und der Roma-Suite von George Bizet greift Dirigent Jörg Iwer das Motto des Abends „Bella Italia“ auf.

Ottorino Respighi gilt als führender Vertreter der neueren italienischen Instrumentalmusik. Von 1891 bis 1899 studiert er am Liceo musicale in Bologna Violine und Viola. In Sankt Petersburg begegnet er Nikolai Rimski-Korsakow, bei dem er einige Kompositionsstunden nahm und dessen farbige Orchesterbehandlung ihn stark beeinflusst. 1902 studiert er außerdem kurz bei Max Bruch in Berlin. Von 1903 bis 1908 arbeitet er wieder als Orchestermusiker in Bologna und tritt dabei zunehmend mit eigenen Kompositionen sowie mit Bearbeitungen barocker Werke hervor. Respighis endgültiger Durchbruch als Komponist gelang 1916 mit der sehr erfolgreichen Aufführung seiner „Fontane di Roma“. Seine Musik erfreute sich auch bei der faschistischen Regierung großer Beliebtheit, ohne dass sich Respighi jedoch enger mit ihr einließ. Er starb im Alter von knapp 57 Jahren an einem Herzleiden.

Der französische Komponist Georges Bizet lebte fast sein ganzes Leben in Paris, nur für die Dauer eines dreijährigen Stipendiums weilte er in Rom. Als Abschlussarbeit dieses dreijährigen Studienaufenthaltes beabsichtigte Bizet, dem Pariser Konservatorium eine „italienische Symphonie“ mit den Sätzen „Rom, Venedig, Florenz und Neapel“ vorzulegen – aber er schaffte bis 1860 nur ein Scherzo. Die Fertigstellung sollte noch weitere elf Jahre dauern. Eine erste Version von 1866 wurde in der Folgezeit wieder verändert. 1869 kamen drei Viertel der bis dahin vorhandenen Partitur (ohne das Scherzo) unter dem Titel „Fantaisie symphonique, Souvenirs de Rome“ zur Aufführung. Bizet arbeitete bis 1871 weiter an dem Stück; zur Premiere kam es erst 1881, fünf Jahre nach seinem Tod. Der Verleger Choudens nannte das Werk „Roma – 3. Orchestersuite“. Das wohl bekannteste Werk Bizets ist die Oper „Carmen“.