Impressum
zurück

Konzert zum 3. Oktober


am Samstag, 3. Oktober 2015
um 17 Uhr
im Franziskaner-Konzerthaus
Dirigent: Jörg Iwer
Solist: Lorenzo di Bella



Johannes Brahms: 2. Klavierkonzert B-Dur op. 83
Solist: Lorenzo Di Bella

Ludwig van Beethovens 8. Sinfonie F-Dur op. 93

Johannes Brahms war einer der einflussreichsten Komponisten des 19. Jahrhunderts. Sieht man von der Oper ab, hat der in Hamburg geborene Komponist in allen musikalischen Gattungen exemplarische Werke geschaffen: in der Orchestermusik (vier Symphonien, Konzerte), der Kammermusik, der Klaviermusik, der Oratorien- und Chormusik (Ein deutsches Requiem) sowie dem sehr umfangreichen Liedschaffen. Das Zweite Klavierkonzert in B-Dur op. 83 von Johannes Brahms ist erst 22 Jahre nach seinem ersten Klavierkonzert geschrieben worden. Brahms begann seine Arbeit an ihm im Jahre 1878 und beendete das Werk 1881 in Pressbaum nahe Wien. Anders als die meisten Konzerte, die aus drei Sätzen bestehen, besitzt dieses vier, wobei der langsame dritte Satz zusätzlich durch die Rolle eines solistisch herausgehobenen Cellos hervorstich. Mit seinen vier Sätzen und einer beträchtlichen Aufführungsdauer von etwa 50 Minuten kommt dieses Konzert dem Typus einer „Symphonie mit Klaviersolo“ recht nahe. Das Konzert war zum Entstehungszeitpunkt eines der längsten, wenn nicht das längste überhaupt.
Anders als sein erstes Klavierkonzert, das eher reserviert aufgenommen wurde, war das zweite Klavierkonzert ein großer Erfolg. Brahms gab eine Reihe von erfolgreichen Konzerten in Deutschland, Österreich und den Niederlanden, teilweise dirigiert von Hans von Bülow.

Solist des Werkes ist Lorenzo di Bella, ein vielfach ausgezeichneter Pianist, einer der letzten Schüler des berühmten russischen Pianisten Lazar Berman. Dieser bewunderte an seinem Schüler dessen technische Fähigkeiten und seine große künstlerische Ausdruckskraft. Sein größtes Ziel sei es, eine Verbindung zum Publikum aufzubauen.
Di Bella hat zahlreiche Preise auf nationaler und internationaler Ebene gewonnen, darunter 2005 den ersten Preis beim „Horowitz-Klavierwettbewerb“ in Kiew. 2006 zeichnete der frühere italienische Präsident Ciampi ihn mit dem „Sinopoli Preis“ aus, in Erinnerung an den berühmten italienischen Dirigenten Guiseppe Sinopoli, der 2001 gestorben ist. Lorenzo di Bella hat die wichtigsten nationalen Klavierwettbewerbe, wie den „Premio Venezia“ gewonnen. Dies war seine Eintrittskarte zu den bekannten italienischen Festivals. Er hat in Hamburg, Prag, Utrecht, Montreal, Beijing, Shanghai, Denver, Mailand und Rom Konzerte gegeben.
Lorenzo Di Bella hat im Alter von fünf Jahren mit dem Klavierspielen begonnen. Er machte schnelle Fortschritte, das Conservatorio Rossini in Pesaro schloss er mit den besten Noten und einer Auszeichnung ab. Es folgten Kurse bei Franco Scala und Lazar Berman an der „Piano Academy - Incontri col Maestro" in Imola. Di Bella hat auch hier mit Auszeichnung abgeschlossen und setzte seine Studien an der „National Academy St. Cecilia" in Rom fort.
Der Pianist hat mit vielen bedeutenden Orchester konzertiert: Dem Florenzer Sinfonieorchester, der „Filarmonica Marchigiana“, dem Pescara Sinfonieorchester, dem Orchester „Pomeriggi Musicali“ in Mailand, dem San Remo Sinfonieorchester, der Philharmonie von Bacau und der Südwestdeutschen Philarmonie. Lorenzo Di Bella ist Professor an der Hochschule für Musik „Monteverdi“ in Cremona und künstlerischer Leiter der „Accademia Pianistica delle Marche" in Recanati Er hat das „Civitanova Classica Piano Festival“ gegründet und ist dessen künstlerischer Leiter.




Wie schon die fünfte und die sechste Sinfonie komponierte Ludwig van Beethoven auch die Siebte und die Achte in Folge. Das Autograph der 7. Sinfonie op. 92 trägt das Datum „1812. 13ten April“, wahrscheinlich als Ende der Niederschrift. Unmittelbar im Anschluss arbeitete Beethoven dann an der 8. Sinfonie op. 93, die er zunächst aber als Klavierkonzert konzipierte, wie Skizzen belegen. Der Umschwung vom Klavierkonzert zur Sinfonie muss spätestens Ende Mai 1812 von statten gegangen sein. In einem Brief an Breitkopf & Härtel in Leipzig berichtet Beethoven nämlich um den 25. Mai 1812: „ich schreibe 3 neue sinfonien, wovon eine bereits vollendet". Die Vollendete ist die Siebte, von den beiden anderen ist eine die spätere Achte, die dritte ein Projekt in d-Moll, das er aber nicht weiter ausführ.
Den folgenden Sommer 1812, in dem Beethoven die Sinfonie skizziert, verbringt der Komponist in Teplitz und in anderen böhmischen Bädern - ein ereignisreicher Sommer. Beethoven trifft u.a. Goethe (und verachtet ihn als Hofschranze) und schreibt den herzergreifenden Brief an die „Unsterbliche Geliebte", dessen Adressatin immer noch nicht zweifelsfrei geklärt ist.