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Die frühe Romantik


Unter diesem Titel hat Jörg Iwer folgendes Programm zusammengestellt:
Richard Wagner: Siegfried-Idyll
Johann Nepomuk Hummel: Trompetenkonzert Es-Dur
Solist: Daniel Schulz
Carl Maria von Weber: Sinfonie Nr. 1 C-Dur
Das Konzert im Franziskaner-Konzerthaus am Sonntag. 17. April 2016, beginnt um 17:00 Uhr.



Richard Wagner
Richard Wagners Morgenständchen „Tribschener Idyll mit Fidi-Vogelgesang und Orange-Sonnenaufgang“ ist eine Liebeserklärung an und eine Gratulationsmusik für seine Frau Cosima. Denn während ihres Aufenthaltes in einer Villa auf der Landzunge Tribschen am Vierwaldstättersee bei Luzern hatte sie ihm am 6. Juni 1869 einen Sohn geboren: Siegfried, genannt „Fidi“. Am Weihnachtstag 1870 – Cosimas 33. Geburtstag – wurde es von Musikern des Zürcher Tonhalle-Orchesters in der Tribschener Villa uraufgeführt. Das Siegfried-Idyll ist im Original für Streichquartett mit Kontrabass, Flöte, Oboe, zwei Klarinetten, Fagott, zwei Hörnern und Trompete instrumentiert.

Johann Nepomuk Hummel
Neben dem Trompetenkonzert von Joseph Haydn stellt das Konzert von Johann Nepomuk Hummel das einzige Trompetenkonzert der Klassik dar. Nachdem die Trompete ihre Glanzzeit in der Epoche des Barocks schon hinter sich hatte, verschwand sie in der Klassik als Soloinstrument völlig und fristete ein Dasein als reines Orchesterinstrument. Der Grund dafür war einerseits ihr beschränkter Tonumfang in den unteren Registern (damals gab es noch keine Ventile) und andererseits die Assoziation der Trompete mit dem Göttlichen und als Symbol der Herrschaft im Barock, was in der Epoche der Klassik nicht mehr erwünscht war.

Der Grund für die Komposition der zwei oben genannten Instrumentalkonzerte war die Erfindung des Wiener Trompeter Anton Weidinger (1766–1852): Die Klappentrompete. Mit ihr war es möglich auch in tieferer Lage kleine Intervalle bis hin zu chromatischen Läufen zu spielen.

Daniel Schulz
Daniel Schulz wurde 1988 in Magdeburg geboren und wuchs in Villingen-Schwenningen auf. Nachdem er bereits früh mit dem Klavierspielen begonnen hatte, erhielt er im Alter von 10 Jahren ersten Trompetenunterricht. Als Schüler von Markus Klein war er mehrfacher Bundespreisträger bei Jugend-Musiziert.
Nach Abitur am Villinger Hoptbühlgymnasium mit Leistungsfach Musik leistete er seinen Wehrdienst im Luftwaffenmusikkoprs Karlsruhe als Trompeter ab. Daniel Schulz studierte an der Hochschule für Musik in Würzburg. Bereits zu Studienzeiten erhielt er einen Vertrag als 2. Trompeter am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz/Zittau. Darüber hinaus musizierte er u.a. mit der Hofkapelle Meiningen, den Staatstheatern Stuttgart und den Würzburger Philharmonikern. Dem Sinfonieorchester Villingen-Schwenningen fühlt er sich besonders verbunden und war als erster Trompeter des Orchesters in den letzten Jahren immer wieder im Villinger Franziskaner-Konzerthaus zu hören. Ab Januar 2016 ist er beim Heeresmusikkorps Neubrandenburg beschäftigt.

Carl Maria von Weber
Als Weber im Winter 1806/7 als Gast des Herzogs Friedrich Eugen von Württemberg-Oels auf Schloß Carlsruhe bei Brieg in Oberschlesien weilte, schrieb er seine beiden einzigen Sinfonien, beide übrigens in C-Dur, also Werke einer Gattung, die an sich im Zentrum der Wiener Klassik stand.
Der Musikschriftsteller Dietmar Holland bemerkt: „Um 1806, gerade zwanzigjährig, gebot Weber noch nicht über seine eigene, unverwechselbare Musiksprache, wie sie uns im ‚Freischütz" entgegentritt, aber auch nicht mehr über die Werkstattgeheimnisse Haydns und Mozarts. Mit erstaunlich formsicherer Hand gelingt es ihm, im Kopfsatz der ersten Sinfonie die beiden gegensätzlichen Themen - das erste fanfarenartige in C-Dur, das zweite, episodische dagegen im weit entfernten h-Moll - zu einer wirkungsvollen Kontrastanlage zu entfalten. Der spätere kühne Harmoniker kündigt sich an. Die größte Überraschung hält der Final-Satz bereit. Es ist ein übermütig-geistvolles Perpetuum mobile von schier unerschöpflicher Phantasie.“ In der Künstlerperson Webers vereinen sich Musiker, Komponist und Dirigent. Er war wegbereitend als Dichter, Kritiker, Schriftsteller und Kulturpolitiker. Die von ihm betriebenen Neuerungen – wie etwa das Einführen des Taktstocks oder die Änderung der Sitzordnung des Orchesters – charakterisieren ihn als einen der prägendsten Musiker des 19. Jahrhunderts.