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Ein Gefühl der Weite


Gleich drei Solisten aus Villingen-Schwenningen stehen im Mittelpunkt des Sinfoniekonzertes am Sonntag, 21. Mai 2017. Für Gitarrenprofessor Michael Hampel und seinen Sohn Phileas komponiert Jörg Iwer das Stück A Due - Konzert für zwei Gitarren und Orchester. Der Villinger Neurologe und langjährige Stimmführer Flöten beim Sinfonieorchester, Berthold Graf, spielt die Suite Nr. 2 h-Moll von Johann Sebastian Bach.
Die 3. Sinfonie von Felix Mendelssohn-Bartholdy a-Moll, op. 56, genannt "Die Schottische" rundet das Programm ab.



Johann Sebastian Bach
Er ist der prominenteste Vertreter der Musikerfamilie Bach und gilt heute als einer der bekanntesten und bedeutendsten Musiker überhaupt. Seine Werke beeinflussten nachfolgende Komponistengenerationen und inspirierten Musikschaffende zu zahllosen Bearbeitungen. Nach Bachs Tod gerieten seine Werke jahrzehntelang in Vergessenheit. Mit der Wiederaufführung der Matthäus-Passion unter Leitung von Felix Mendelssohn Bartholdy im Jahre 1829 begann die Bach-Renaissance. Vier Orchestersuiten sind von Johann Sebastian Bach erhalten. Es handelt sich jeweils um eine Folge von Tanzsätzen mit einer Ouvertüre. Die Ouvertüre nimmt meist eine sehr prägnante Stellung innerhalb des Werkes ein, so auch in der Suite Nr. 2 in h-Moll. Allerdings tritt die Flöte in diesem einleitenden Satz noch nicht so stark als Soloinstrument hervor, vielmehr orientiert sie sich stark an der Violinstimme.
Berthold Graf
Berthold Graf ist mit dem Sinfonieorchester eng verbunden: Seit 1984 spielt er als Flötist mit und hat sich in verschiedenen Vorstandspositionen im Verein engagiert, auch ist er als Stimmführer aktiv. Er hat in Freiburg Medizin studiert und seine Facharztausbildung in Hamburg absolviert. Berthold Graf ist seit 1983 in Villingen-Schwenningen als Arzt tätig. Seine erste musikalische Ausbildung auf der Querflöte erhielt er bei einem Schüler des Altmeisters Gustav Scheck und zuletzt bei Gülsen Tatu. Meisterkurse für Traversflöte hat Berthold Graf bei Barthold Kuijken und Linde Brunmayr belegt. Er ist Mitglied verschiedener Ensembles (Barockensemble Villingen, Flötenquartett Arte degli flauti).

Michael Hampel und Phileas Baun
Im März 2015 begeisterte Michael Hampel die Besucher mit dem Concierto de Aranjuez von Joaquin Rodrigo. Jetzt tritt der Prorektor der Staatlichen Hochschule für Musik erneut als Solist mit dem Sinfonieorchester Villingen-Schwenningen auf - diesmal gemeinsam mit seinem Sohn Phileas Baun, Mitglied des innovativen Gitarrenensembles "Open Source Guitars". Für das Konzert komponiert Jörg Iwer ein Stück für Michael Hampel und Phileas Baun. Michael Hampel unterrichtet seit 1993 an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen, seit 2001 als Honorarprofessor. Seit 2008 leitet er als hauptamtlicher Professor den Fachbereich Gitarre. 2005 gründete Michael Hampel im Auftrag der Trossinger Musikhochschule deren Tochterfirma „Musikakademie Villingen-Schwenningen“ und leitete diese von 2005 bis Ende 2007.

Felix Mendelssohn-Bartholdy
Bis zum frühen Tod Mendelssohn-Bartholdys mit nur 38 Jahren entstand ein Œuvre von über 750 Stücken: Er ist bekannt für sein umfangreiches und bedeutendes Schaffen im Bereich der Sinfonik, Chorsinfonik und der Kammermusik. Viele dieser Werke entstanden u.a. auf seinen zahlreichen Reisen, so auch die 3. Sinfonie. Mendelssohn Bartholdy setzte sich für die Aufführung von Werken Händels und Johann Sebastian Bachs ein. Damit trug er wesentlich zu ihrer Wiederentdeckung und zur Herausbildung eines Verständnisses für die „klassische“ Epoche der deutschen Musik bei. Er gilt als Mitbegründer der historischen Musikpflege und gründete das erste Konservatorium in Deutschland. Mendelssohn gilt als einer der bedeutendsten Musiker der Romantik und setzte als Dirigent neue Standards. Mendelssohn-Bartholdy wurde in Hamburg geboren und wuchs in Berlin als Sohn eines Bankiers und Enkel des Philosophen Moses Mendelssohn auf.
Im Frühjahr 1829 bereiste der damals 20-jährige Mendelssohn zum ersten Mal die britischen Inseln. Nach einer Reihe erfolgreicher Konzertauftritte in London machte er sich im Juli in Begleitung seines Freundes Karl Klingemann nach Schottland auf, um Stätten der Erinnerung an Maria Stuart, die nördlichen Highlands und die Hebriden zu besuchen. Seine Eindrücke verarbeitete er musikalisch in der Ouvertüre „Die Hebriden“ und in der 3. Sinfonie, zu der er 1829 erste Skizzen notierte. Dennoch beschäftigte ihn dieses Werk am längsten von all seinen Sinfonien: Erst dreizehn Jahre später vollendete er das Werk.