Impressum
zurück

Wittenberg 1517 - Festkonzert zum Tag der Deutschen Einheit und 500 Jahre Reformation


Festkonzert und Abschiedskonzert von Jörg Iwer am 3. Oktober 2017 um 17:00 Uhr

Charles Edward Ives: The Unanswered Question
Dirigent: César Masano
Jörg Iwer: Oratorium Wittenberg 1517 „Und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts“ mit der Villinger Kantorei unter der Leitung von Bezirkskantor Marius Mack
Solisten:
Guona Yin (Sopran)
Gamaliel von Tavel (Bassbariton)
Andreas Jören (Bariton)



Am 31. Oktober 2017 jährt sich zum 500. Mal die Veröffentlichung der 95 Thesen, die Martin Luther, der Überlieferung nach, an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg schlug. Dieses Ereignis wird weltweit mit einem Jubiläumsjahr gefeiert und in Villingen-Schwenningen führt das Sinfonieorchester gemeinsam mit der Villinger Kantorei das von Jörg Iwer komponierte Oratorium “Wittenberg 1517 (...und hätte der Liebe nicht...)” auf. Es entstand in den Jahren 1999 und 2000 als Auftragswerk der Lutherstadt Wittenberg und wurde dort im Juni 2000 im Rahmen einer EXPO-Veranstaltung vom damaligen Mitteldeutschen Landestheater uraufgeführt. In der Komposition verarbeitet Jörg Iwer Texte aus der Bibel, der Carmina Burana-Sammlung, von Georg Trakl, Ingeborg Bachmann und Arthur Rimbaud, Augustinus und anderen. Die Texte hat Markus Schuliers zusammengestellt.
Das zentrale Thema ist der Aufbruch der (europäischen) Menschheit aus dem Mittelalter in die Moderne, ein Vorgang, der sich besonders konzentriert in der Zeit um die Reformation abspielt. Die Reformation war der erste, sofort und nachhaltig fast ganz Europa berührende Vorgang der Neuzeit mit weitreichenden sozialen und politischen Konsequenzen. Sie war nur scheinbar ein bloßer kirchlich-religiöser Prozess. Weil die Kirche stets auch politische, soziale und ökonomische Funktionen hatte, wirkten sich Reformation und die von ihr provozierte Gegenreformation auch in diesen Bereichen aus. Wichtige Entdeckungen wie die von Amerika, oder, in der Kosmologie, das die Erde nicht im Mittelpunkt der Welt zu finden ist, ja, dass sie eine Kugel sein muss, und viele andere Umwälzungen datieren in diese Zeit. Die 12 Abschnitte der Komposition beleuchten jeweils einen Aspekt dieses Aufbruchs. „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir" – der Psalmentext ist geistiger Leitfaden und ein Ufer des Oratoriums. Die andere Uferseite ist Motto und abschließender Höhepunkt: „und hätte die Liebe nicht, so wäre nichts... "