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Memento - 100 Jahre Ende 1. Weltkrieg


Festkonzert zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2018 um 17 Uhr
Konzert mit Lesung von Texten zum 1. Weltkrieg
Dirigent: Achim Fiedler
Frank Bridge: Lament H117 für Streichorchester (in Memory of the victims of the sinking of the Lusitania)
Claude Debussy: Noël des enfants qui n’ont plus maison für Stimme und Orchester
Claude Debussy: Clair de Lune aus Suite Bergamasque (Orchesterfassung André Caplet)
Franz Lehár: Fieber – Tondichtung für Tenor und Orchester
Josef Suk: Meditation über den altböhmischen Choral St. Wenzel, op. 35a
Rudi Stephan: Musik für Orchester
Solist: Alexander Kaimbacher (Tenor)
Henry Greif (Rezitation)



Achim Fiedler erinnert mit seinem Programm am Tag der Deutschen Einheit an das Ende des ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. Genau am 3. Oktober vor 100 Jahren erhielt das deutsche Kaiserreich die erste parlamentarische Regierung seiner Geschichte. Der erste Weltkrieg, zunächst auch von vielen Künstlern begeistert aufgenommen, hatte sich längst in einen Alptraum verwandelt und zahllose Opfer gefordert: Das britische Passagierschiff Lusitania wurde bereits am 7. Mai 1915 von einem U-Boot der deutschen Kaiserlichen Marine vor der Südküste Irlands versenkt, wobei rund 1200 Menschen ums Leben kamen. Frank Bridge erinnert in seinem Lament an die Opfer dieser Tragödie.
Reichskanzler war seit November 1917 Georg von Hertling. Er war aber ein Anhänger der Monarchie und unter ihm hätte der Waffenstillstand darum nicht durchgesetzt werden können. So wurde am 3. Oktober 1918 Max von Baden zum neuen Reichskanzler ernannt. Obwohl er selber ein Prinz war, galt er als liberal. Das heißt, er war für eine Verschiebung der Macht vom Kaiser hin zum Parlament, für die Parlamentarisierung. Die neue Regierung unter seiner Leitung bot nun den von den USA geforderten Waffenstillstand an, am 11. November 1918 dieser in Compiègne in Nordfrankreich unterzeichnet.
Das Böhmische Streichquartett war seit 1914 verpflichtet, seine Konzerte mit der österreichischen Kaiserhymne zu beginnen. Der zweite Geiger des Quartetts, der Komponist Josef Suk entschloss sich jedoch, diese Verpflichtung durch ein Werk zu ergänzen, das inspiriert vom St. Wenzels-Choral, einem altböhmischen geistlichen Lied die Bitte um das Wohl des tschechischen Volkes eindrücklich in Musik fasste.
André Caplet (1878-1925), Schüler und Mitarbeiter Claude Debussy, der sich wie so viele freiwillig gemeldet hatte, starb wenige Jahre nach dem Ende des Krieges an den Folgen einer Gasvergiftung, die er zuvor im Krieg erlitten hatte.
Rudi Stephan, ebenfalls Kriegsfreiwilliger, lag in einem Schützengraben an der Ostfront, nur wenige Meter von schwer verwundeten russischen Soldaten. Er war zu dieser Zeit bereits ein junger, viel beachteter Komponist, der die Musikgeschichte sicher noch bereichert hätte. „Ich halt’s nicht mehr aus“ sollen seine letzten Worte gewesen sein, als er aufsprang und einen tödlichen Kopfschuss erhielt.
Abgerundet wird das Programm durch eine Rarität von Franz Léhar auf einen Text von Erwin Weill:
Und dann der Kriegsmarsch,
den wir alle sangen,
Erinnert euch, wir zogen damit fort...
Im Kugelregen klang er in den Ohren
Und riss uns fort bis zu des Feindes Gräben.