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¡España!


Samstag, 25. Juli 2020 im Franziskaner-Konzerthaus
ab 17 Uhr Wandelkonzert mit vielen musikalischen Überraschungen
20 Uhr Hauptkonzert
Franz Schubert: Ouvertüre D 326 "Die Freunde von Salamanca"
Edouard Lalo: Violinkonzert Nr. 2 d-Moll op. 21 "Symphonie espagnol"
Solistin: Ioana Cristina Goicea
Nicolai Rimsky-Korsakow: Capriccio Espagnol
Manuel de Falla: "Der Dreispitz " 2. Suite
Gastdirigent: Hannes Reich



Franz Schubert
Die Freunde von Salamanca ist ein Singspiel in zwei Aufzügen von Franz Schubert zu einem Libretto von Johann Mayrhofer, das Ende 1815 entstanden ist. Das Autograf der Notenhandschrift teilt sich in drei Bände, die Originaldialoge sind verschollen. Das Werk steht am Beginn der schöpferischen Zusammenarbeit von Schubert mit dem Dichter, der mit siebenundvierzig vertonten Texten nach Goethe und Müller der wichtigste Librettist des Komponisten werden sollte. Zur Lebzeit Schuberts wurde das Stück nicht aufgeführt. Erst am 19. Dezember 1875 kamen vier Sätze aus der Oper zur Aufführung. 1897 benutzte Robert Hirschfeld zwei Nummern aus den „Freunden von Salamanca“ bei seiner Bearbeitung des ebenfalls von Schubert stammenden Singspiels „Der vierjährige Posten“. Die erste vollständige Aufführung fand beinahe 100 Jahre nach Schuberts Tod 1928 im Stadttheater Halle/Saale in einer Neubearbeitung statt.

Éduard Lalo
Der Sohn einer Offiziersfamilie erhielt in Lille schon früh Violin-, Violoncello- und Kompositionsunterricht. 1839 zog er nach Paris, wo er Violine studierte. Auf materielle Unterstützung seiner Familie musste er verzichten, da diese für ihn die Offizierslaufbahn vorgesehen hatte. Etwa ab 1870 hatte Lalo als Komponist größeren Erfolg. Heraus ragen sein zweites Violinkonzert, das er Symphonie espagnole nannte, und das Cellokonzert. Sein letzter und größter Erfolg war die Uraufführung seiner Oper Le roi d’Ys 1888. Seine große Bedeutung wurde erst nach seinem Tod deutlich. Lalo selbst sah seine musikalischen Wurzeln vor allem bei Beethoven, Schubert und Schumann. Weitere Charakteristika von Lalos Musiksprache sind die packende Dramatik vieler Werke, sowie ein bemerkenswert vielschichtiges Gespür für unterschiedliche Klangfarben. Lalos Musik stieß zu seinen Lebzeiten auf viel Unverständnis. In seiner Heimat wurde er als vermeintlicher Wagnerianer gemieden.


Ioana Goicea
gehört zu den herausragenden Violinistinnen der jüngeren Generation. 2017 gewann sie den ersten Preis der Michael Hill Violin Competition in Neuseeland. 2018 wurde sie erste Preisträgerin des Deutschen Musikwettbewerbs in Bonn und Preisträgerin des Internationalen Indianapolis Violinwettbewerbs in den USA. 2019 wurde sie Preisträgerin des Königin-Elisabeth-Wettbewerbs in Brüssel. Sie gastierte in renommierten Konzerthäusern und bei Festivals in Europa, Asien, Amerika, Neuseeland und Australien. Ioana Cristina Goicea wurde 1992 in Bukarest, Rumänien, in eine Musikerfamilie geboren. Sie studierte unter anderem in Hannover, seit 2017 ist sie Stipendiatin der Gundlach-Stiftung, Hannover.

Nikolai Rimski-Korsakov
Das Capriccio mit spanischen Themen ist ein Orchesterwerk aus dem Jahr 1887. Ursprünglich wollte Rimski-Korsakow das Material in einem Werk für Solo-Violine und Orchester verarbeiten, gelangte aber dann zu der Auffassung, dass eine reine Orchesterfassung den lebhaften Melodien eher gerecht werde. Trotz positiver Kritik war Rimski-Korsakow enttäuscht, wie er in seiner Autobiografie schrieb: „Die Auffassung der Kritiker, dass das Capriccio ein großartig instrumentiertes Stück sei, ist falsch. Das Capriccio ist eine brillante Komposition für Orchester. Der Wechsel der Klangfarben, die treffend ausgewählten melodischen Wendungen, die genau zur Eigenart der jeweiligen Instrumente passen, die Rhythmen der Schlaginstrumente et cetera machen hier genau das Wesen der Komposition aus. Die spanischen Themen, mit ihrem tänzerischen Charakter, lieferten mir eine Fülle von Material zur Einbindung in vielfältige Orchestereffekte.“

Manuel de Falla
Manuel de Falla gilt als Schöpfer einer neuen spanischen Nationalmusik. Anerkennung erlebte er im Anschluss an seine Oper „La vida breve“. Er komponierte Zarzuelas, mehrere Schauspielmusiken und Bühnenwerke wie die Farsa Mimica „Der Dreispitz“ und die Puppenoper „Meister Pedros Puppenspiel“ nach Cervantes „Don Quixote“. Zu den wichtigsten orchestralen Werken gehören die „Nächte in spanischen Gärten“. Der Dreispitz (span. El sombrero de tres picos) ist ein Ballett. Die Uraufführung fand am 22. Juli 1919 im Londoner Alhambra-Theater durch die Kompanie Ballets Russes von Sergej Diaghilew statt. Den Vorhang, die Kostüme und das Bühnenbild lieferte Pablo Picasso. Das Ballett handelt von einer schönen Müllerin, ihrem eifersüchtigen Gatten sowie dem Corregidor, ein Provinzstatthalter, dessen Würde der Dreispitz verkörpert. Der Corregidor begehrt die schöne Frau, wird aber von ihr und ihrem Mann bloßgestellt.